Zen Okinawa Seidokan Karate Kobudo Renmei

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En primer plano: Sensei Sian Toma 10 º Dan  (Maestro fundador del Seidokan); a la izquierda: Sigematsu Tamae 9º Dan;  a la derecha: Sensei Mimoun Boulahfa 8º Dan. 1997, Hombu Dojo de Awase (Okinawa)

Sensei Shian Toma wurde am 26. November 1929 gebo­ren. Sternzeichen Schütze, verheiratet, Vater von fünf Kindern, ist er Großvater und Sohn von Sensei Toma.Er hält den 6. Dan im Kendo und ist ein fester Bestandteil der Mann­schaft auf Okinawa. Er war mehrere Male Champion in verschiedenen Kendo­Wettkämpfen, und ist von Beruf immer noch Polizist. Sein erstes Dojo hatte er in Awase, später zog er dann in die Stadt Koza, wo er heute immer noch lebt. Er lebte in der Nähe der US‑amerikanischen Luftbasis, wo er mit dem Beruf des Bus­fahrers begann. Zu Beginn war seine Schule in einem Restaurant, welches später aber nicht mehr gut ging und dann bis 1994 in das Hombu Dojo des Seido­kan umfunktioniert wurde.Die Wohnung des Meisters befand sich über dem Dojo, und die Schule Meisters Toguchi (Shorei‑Kann) Goju war ganz in der Nähe. Er wechselte dann seine Woh­nung, und zog in eine andere Dachge­schoßwohnung um. Die alte Schule wird bis heute von Meister Cuba geleitet. Mei­ster Toma zog sich 1989 von der Öffent­lichkeit zurück und widmet sich der Lehre der jungen Meister, welche von ihm das Wissen der alten Schule erhalten. Er spricht nur wenig und es ist nicht einfach, an sein Wissen zu gelangen. Dies ist et­was Typisches für die alten Meister. Als ich ihn nach dem Training nach seinen al­ten Meistern und einigen kuriosen Ge­schichten fragte, antwortete er mir nie. Einmal sagte er zu mir, dies war zu fortge­schrittener Stunde: „Wenn wir nachts unterwegs sind, dann frage mich alles, was du magst, damit habe ich kein Pro­blem". Und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.

   

Uber Meister Shigero Nakamura sagte er mir: „Als er die Leute in der Schule oder im Krafttraining unterrichtete, war ihm so ziemlich alles egal. Aber wenn sie began­nen, Karate zu trainieren, ließ er sich ande­ren gegenüber immer entschuidigen mit  Dingen wie: ,Der Meister ist gerade beim tssen. Der Meister übt gerade."' Er sagte mir auch: „ Shigero Nakamura Sensei schlenderte einfach so vor sich hin. Er hatte J~eine festen Positionen. Doch über Sen­sisl,Nakamura reden wir ein anderes Mal!" Einmal erzählte er mir voll Stolz, dass er es ischam hätte, Holan Soke mit dem Bo zu entwaffnen. 

Shian Toma begann sein Training mit 16 den in der Stadt Osaka, wo er ein ca. ~phr während des Zweiten Weltkrieges tt. Nach seiner Rückkehr auf Okinawa gann er unter der Leitung seines Freun­s'Sokin zu trainieren.

 Shinjato war unter all seinen Freunden . er bestqualifizierte, um ihn zu unterrich­ten. Meister Shinjato war Schüler des be­[kannten Chojun Miyagi (1888‑1953), der jas System des Goju Ryu schuf. Aber er ,war auch Schüler von Tatsuo Simabukuro,der 1975 verstarb, und Gründer des Iss­hin‑Ryu war, und von vielen anderen Mei­stern der Insel Okinawa. Sensei Toma er­zählte in vielen Fällen von den Anfängen

des Karate, und dass es nicht so viele Stile gegeben habe wie heute. In jenen Tagen war Karate einfach Karate von Oki­nawa, und die Meister kannten nur sehr wenige Katas. So wäre es nicht verwun­derlich gewesen, dass man oft Meister fand, die lediglich eine Kata unterrichte­ten. Doch sie verglichen sich untereinan­der, führten Änderungen in den Formen durch und so wurde die Zahl der Katas jedesmal größer. Meister Shinjato lehrte die Kkatas Seisan, Sanchin und eine Kata mit dem Bo.

 

Convention Center,  Okinawa, 2º Bugei. Abajo con ropa oscura y gorra: Sensei Sian Toma; a su izquierda: Kanasiro. A su derecha: Sensei Mimoun boulahfa, Sensei Yamaguchi

Shinjato erlernte die Form des Sanchin von Meister Miyagi, der großen Wert auf die innere Atmung legte. Jene Sanchin unterschied sich von der heutigen San­chin in der Atmung erheblich, ebenso in den Bewequngen für die Hände. Sensei Shinjeto, der von Beruf Polizist war, lern­te unter Meister Miyagi, und lehrte sein dort erhaltenes Wissen an der Polizei­schule von Okinawa.

  Ein wichtiges Ereignis jener Zeit war, als Sensei Toma die Gelegenheit hatte, die Form Sanchin vor Großmeister Miyagi aus­zuführen, und dies während eines Trai­nings in der Polizeischule.

  Man darf an dieser Stelle nicht Meister Jinan Shinzato vergessen, der Miyagi in der ersten Vorführung des dortigen Kara­tes vertrat, auch wenn er später seiner Me­thode den Namen Goju Ryu gab.

  In Bezug auf die reduzierte Anzahl an Katas sollte man deswegen nicht anneh­men, dass diese nur wenig trainiert wur­den. Sensei Toma erzählte mir, dass er ein Jahr benötigte, um die Kata Seisan zu erlernen, bevor er in der Lage war, Sanchin zu erlernen. Vielleicht war es dies, warum die alten Meister Okinawas so streng bei der Ausführung der Katas waren. 

Während der Jahre wurde Sensei Toma Mitglied bei der „AII Japan Karate Associa­tion" (A.J.K.A.), wo er Schüler von Seiki To­ma wurde und Seikichi Odo, Fusei Kise u.a.m. als Trainingspartner hatte.

 Seiki Toma war Schüler von Großmei­ster Zenryu Shimabukuro. Als Anekdote erzählte er Eizo Shimabukuro, dem Bru­der von Tatsuo Shimabukuro (dem Grün­der des Ishin Ryu), in einem Interview Geschichten über Seiki Toma, und dass er sich Zenrio Shimbakuru vorgestellt hätte. Dieser wiederum war Schüler von Meister Chotoku Kyan. Letzteren kannte man auch unter dem Spitznamen Chan Min (1870‑1945). Er erzählte mir, dass Meister Kyan die Fähigkeit hatte, Bäume springend zu erklimmen, von einem zum anderen sprang und oft mit den Zehen­spitzen an einem Ast mit dem Kopf nach unten hing, damit er sich so gegen mögli­che Feinde verteidigen konnte. Eine Technik, die Meister Eizo perfekt be­herrschte, wie auf Fotos zu sehen ist.

 

1º por la izquierda: Yamasiro; Sensei Sian Toma; ... ;  Sensei Mimoun Boulahfa; Nakasone (Presidente de Shureido). 1997, Sayonara Party del Campeonato Mundial de Karate celebrado en Okinawa.

 

Okinawa hatte immer schon eine üppige Vegetation, auch wenn z.Z. diese durch die wachsende Bevölkerungszahl immer mehr verloren geht.

Meister Eizo war der jüngste 10. Dan, den es auf Okinawa je gab (mit 36 Jahren). Der Stil des Meisters Kyan ist bekannt als Kobayashi Ryu, einem Zweig des Shorir

Ryu. Andere Schüler von Kyan waren: Eizo Shimabuku, dem Führer des Kobayashi Shorin Ryu, und Shosin Nagamine, dem Gründer der Schule Matshubayashi, auch einem Zweig des Shorin Ryu. Ebenso waren seine Schüler Joen Nakazato und Ankichi Arakaki. Großmeister Shimabukuro verstarb 1969.

Sensei Toma erlernte von Seiki Toma die Mehrzahl seiner Katas, die er heute unterrichtet: Seisan, Wansu, Ananku, Pasai, Pasai Sho, Pinan (von I bis IV), Naihanchi, Chinto, Gojushiho, Kushanku, Sai Kata, Tonfa Kata. Die Kama Kata erlernte er von einem sehr alten Herrn, der ihm diese Form jedesmal auf eine andere Weise zeigte, bis er in der Lage war, diese auf die unorthodoxeste Weise auszuführen. Dies ist alles, was Soke Toma über das Shorin Ryu als Wissen vermittelt.

Mitte der sechziger Jahre gab es in der „AII Japan Karate Association" einige schwere Verstimmungen. Der Streitpunkt war die traditionelle Methode des Vollkontakts„ welcher auf Okinawa praktiziert wurde. Dieser Kampftyp verlangte Schutzausrüstungen wie beim Kendo, dem japanischen Fechtkampf. Er wurde dadurch weniger brutal und die K.O.'s (außerhalb des Kampfes) wurden immer häufiger.

Von der A.J.K.A. ging der Impuls der Integration des Karate von Okinawa mit dem japanischen Karate aus. Doch es gab Konflikte, den die Meister von Okinawa sahen das Ti‑ Te bzw. Kenpo als etwas eigens und unabhängiges an.

Das in Japan am meisten geübte Kampfsystem war das des „Nicht‑Kontaktes". Diese Art wurde von der A.J.K.A. akzeptiert, denn so lehrte man ja das Karate in den Schulen. Viele waren jedoch, wie Sensei Toma, für die „harte" und kampfbetonte Weise. Man dachte, dass dies der wahre Weg Okinawas sei. Sensei Toma hat den guten Ruf, ein starker Mann des Karate zu sein, und dass er seine Techniken nicht nur im Dojo, sondern auch außerhalb einsetzen kann.

 

Inauguración del Castillo Shuri, destruido durante la 2º Guerra Mundial. Abajo centro Sensei Sian Toma; a su derecha: Sensei Mimoun Boulahfa. 

Auch aufgrund des Namens gab es Streitigkeiten: Karate. Etwas, das nichts mit Kenpo zu tun hatte und mit den Kanji, die in Okinawa benutzt wurden, spielte. Man wollte als Verantwortlicher gelten, und dass der Name etwas Selbständiges und Unabhängiges hatte.

 So kam es zum Bruch mit der „Okinawa Kenpo Association", welche von Shigero Nakamura und Zeryu Shimabukru gegründet wurde. Der erste war der Chefausbilder und Vizepräsident.

 Der Kenpoverband auf Okinawa wuchs und gedieh während einiger Jahre und starb auf einen Schlag mit dem Tod der beiden Gründer aus. 1969 waren in diesem Verband noch die bekanntesten Meister aus Okinawa als Mitglied eingeschrieben, und diese organisierten andere Verbande, wie z.B. Hohan Soken, Kina Sensei, Uehara, Seikichi, Seiki Toma, Seitoku Higa Sensei, Kanei Ueichi u.v.m.

 Zur Zeit führt die Schule des Erben von Shigeru Nakamura den Namen „Okinawa Kenpo Karate", doch hat diese Sc,gule überhaupt nichts mit dem alten

 Vorgänger gemein, mit ausnahme des Wortes ,,  Kenpo.Während der ersten Periode kam es zum gröBten und fruchtbarsten Austaush an Techniken und man hatte die Gelegenheit, viel mit den großen Meistern traineren können, den Meister und die Schule zu wechsein.

Bunkai Pinan Shodan

Uke: Sensei Mimoun Boulahfa
Tori:  O Sensei Sian Toma

(Cadena American Air Base)

 

    
   

 

 Während dieser Zeit war Shian Toma (1967)Mitgleid der„AII Okinawa Karate association”,welche damals von Präsident und GroBmeister Seikichi Uehara  geleitet wurde. Meister Ueharaist immr noch der Kopf des systems Motobu Ryu.

 Der Nam MotobuRyu  wurde später von dem namen Motobu UdundiKobujutsu er setzt, denn der erstere war durch den Sohn von Choki Motobu registriet worden,  Meister Chosei Motobu heutzutage Schüler von Uehara und vizepräsident des Verbandes Motobu Udundi.

 Motobu Udundi ist eine kampkunst aus Okinewa, nur wenig bekannt, und erinnert sehr stark an die alte kampf methode, die durch die Samurais benutzt wurde. Sie ist dem Aikijutsu in den waffenlosen Techniken sehr ähnll~ und verfügt über geradlinige Verteidi gungen. Die Würfe und Hebel des Mo tobu Udundi sind eher dem alten Aikh jutsu Japans angelehnt. Im Falle de' Angriffe mit Händen und Füßen ist es dem Karate sehr ähnlich, es existieren keine Blocks, bzw. es gilt diese zu ver­meiden. Es gibt keine festen Positionen und alles wird mit Schritten ausgeführt. Es existierten früher keine Katas, auch wenn diese den Meistern aus anderen Stilen bekannt waren, wie dem Motu Di Ichi, Ufukun, etc. Die Mehrzahl der Grundschulkatas wurden von Seikichi Uehara geschaffen,mehr aus Gründen der Weiterentwicklung heraus als wegen der Lehre. Es gilt zu sagen, dass alles was Waffen betrifft, einen sehr starken Einfluß aus China hat.

 Großmeister Ueharalernte seine Kunst von Choyu Motobu, dem älteren Bruder des anerkannten Choki Motobu. Meister Choyu Motobu wiederum, erlernte diese Techniken von dem „Kriegs‑ Bushi" So­kon Matsuamara. Normalerweise kennt man heutzutage die waffenlosen und be­waffneten Techniken als Motobu Udundi.

 Motobu Udundi mag einigen auch als Go‑Ten‑Re bekannt sein, dessen wörtli­che Ubersetzung „Hand des Palastes" ist. Dies kommt daher, dass der Stil viele Jahrhunderte hindurch sehr eng mit den Königen auf Okinawa verbunden war.

 Ich möchte hinzufügen, dass die von Großmeister Uehara benutzten Waffen auch diejenigen einschließen, die man normalerweise im traditionellen Bu‑Jutsu findet: Katana, Yari (Lanze) und Naginata (Hellebarde). Deswegen sind die Künste des Motobu Udundi Kobujutsu und des

 Bu Jutsu als traditionelle Samuraikünste Zu betrachten. AlleWalfen aus Okinawa werdeneingetsetzt: Sai,Tonfa, Nunchaku , kama etc. Waffen aus China, Ryoba, Banto , Yamaraji usw ‑

 Von Großmeister Uehara lernte Sensei Toma ebenso Würfe und Hebel und eine große Anzahl an Waffentechniken, und das lai‑Jutsu (Kunst des Schwertzie­hens). Heutzutage ist all dies im Seido­kan vereint. Durch die Ausübung all die­ser Techniken ist das Seidokan eine komplette Kampfkunst, in dem alles aus dem Karate, dem Toide und dem Kobudo enthalten ist, ebenso wie die Techniken des Katana.

 Es ist eine jener Künste, die von dem Ubenden einen offenen Geist, Kraft, Fle­xibilität und Gewandtheit verlangen. Das Seidokan, so Meister Shian Toma, ist ein Stil „Ju" (weich). Die Sprünge um das Neko Ashi zu passieren, oder die Posi­tionswechsel müssen auf eine Weise ausgeübt werden, als wenn der Schüler eine kleine, wendige und sehr schnelle Person wäre. Man sollte sich in Erinne­rung rufen, dass Chotoku Kyan eine sehr kleine Person war. Heutzutage sind da­von viele Schulen in aller Welt zu finden: In Spanien, GroBbritannien, Griechen­land, USA, Norwegen, Belgien, Sambia, Simbabwe, etc. All diese lehren die kom­plette Kampfkunst die durch Shian Toma geschaffen wurde.

 Meister Toma traf ich zum ersten Male in den USA, genauer in Philadelphia, und zwar auf Empfehlung meines Freundes

 Jerry Hobbs. In diesem Land wird alljähr­lich eine Geburtstagsfeier mit allen Schülern durchgeführt. Jerry Hobbs lern­te ich 1984 in Griechenland kennen, während einer internationalen Meister­schaft. Wir beide führten danach Vorfüh­rungen durch, er half mir bei der Judoka­ta Itsutsu No Kata und ich half ihm bei anderen Gelegenheiten.

 Meine ersten Schritte im Seidokan unternahm ich 1982 mit Meister Griego Bill Zahopoulos, von welchem ich die Katas Seisan, Ananku Tokumine No Kum Bo und Toma Tonfa erlernte.

 

Sentados por la izquierda: Sensei Sian Toma; ... ; Jerry Hobbs; Bob Teler. En pie por la derecha: Leovigildo Martín; Mike Nemeth; Sensei Mimoun Boulahfa; ... ; Rick Pasceta;  Bruce Heilman; ... .

 

Jene Woche war sehr intensiv, denn wir wohnten im gleichen Haus von Bob Teller (7. Dan), dem Ausrichter der Ver­anstaltung. Die letzten Tage, nach der Vorführung und dem Abendessen, bezo­gen wir unsere Zimmer im „Holliday Inn". Ich betone dies, denn in den USA ist es üblich, solche Veranstaltungen in Hotels zu machen, was für mich damals eine neue Erfahrung war. Als ich in mei­nem Zimmer war, rief mich der Sensei an, damit ich mit ihm etwas trinken et­was in seinem Zimmer trinken solle. Dies war der Beginn einer Freundschaft, und später haben wir uns ein‑ bis zwei­mal im Jahr gesehen, haben viele ge­meinsame Stunden trainiert und viel mit­einander geredet. ~